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Tod eines Paradiesvogels

Der kauzige Herrenschneider Rudolph Moshammer war im München des Darth Stoiber das, was einem König am Nächsten kam. Und dieses bisschen Glanz hatte diese graue Landeshauptstadt auch bitter nötig bei der Regierung dort.
Rudolph „Mosi“ Moshammer war seines Zeichens ein Herrenschneider, der den sonderbaren König Ludwig den Zweiten von Bayern so verehrte, das er ihn bis auf die letzte Locke kopiert hatte. Allerdings teilte er auch des Königs Vorliebe für das gleiche Geschlecht und das wurde ihm auch zum Verhängnis.
Der schräge Vogel Rudolph Moshammer erlebte wohl den Alptraum eines jeden schwulen Freiers über 50, der etwas Geld hat. Er wurde von einem Stricher beim Streit ums Geld umgebracht. Das kann natürlich auch jedem „normalen“ Freier bei einer besonders geldgierigen Nutte passieren, aber Moshammer war nicht normal, denn er lebte halb in den Medien. Rudolph Moshammer ist genau das widerfahren, was seinem italienischen Kollegen Gianni Versace 1997 widerfahren ist.
Als schwuler Schneider zu leben, muss heutzutage ganz offensichtlich ein gefährliches Schicksal sein. Wobei sich Moshammer ja nie geoutet und zu seiner Liebe zu Männern bekannt hat, denn im schwarzen, schwer katholischen München des Darth Stoiber war die Weltoffenheit nur aufgesetzt und sogar ein homosexueller Schneider an der Grenze des dort Erträglichen gewesen.
Nun ist aber dieser Schneider, der mit den Medien gespielt hat, tot, seine geliebten Medien fallen wie die Geier über den Toten und plötzlich will jeder dritte Münchner seine Nase in irgendeine Kamera halten und versichern, das er aber auch ein ganz persönlicher Freund von Rudolph Moshammer war, der natürlich auch dessen intimste Geheimnisse teilte. So weiß die interessierte Welt natürlich jetzt auch, das der Glanz des Rudolph Moshammer völlig verschuldet war und seine Rolls Royce nur geleast.
Nun ja, solch geborgter Reichtum ist in gewissen Kreisen ja durchaus nicht unüblich, sondern eher die Regel. Was nicht unbedingt heißen soll, das Moshammer unvermögend war, er hatte durchaus das Geld für ein mehr als gutes Leben und eben für seine ganz privaten Macken eben.
Er lebte allein, wie Gianni Versace auch und in der Stunde der Not war keiner der vielen „Freunde“ bei ihm, also genau wie bei Versace. Er starb einen elenden Tod, zu elend für den heimlichen bayrischen Monarchen.
Wenigstens sein Begräbnis und die Trauerfeier waren so, wie es sich für einen heimlichen bayrischen König gehört hätte. Ich bin wohl einer der wenigen Deutschen, die Rudolph Moshammer nicht persönlich gekannt haben, aber dieser bajuwarische Paradiesvogel war ein ziemlich angenehmer Vertreter der Münchener Gesellschaft, der mir schon rein optisch jetzt fehlen wird.
Er war sehr viel angenehmer, als die jungen Münchener, die ich aus dem Internet kenne und die im Gegensatz zu ihm, mit ihrem Leben nichts Besseres anfangen können, als reaktionäre Parolen ins Internet zu kotzen. Die sind noch ärmer dran, als der reiche arme Rudolph Moshammer. Möge er in Frieden ruhen.