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Unser Erbe

Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit einem relativ guten Bekannten aus dem Internet über das, was unsere Nachkommen in der Zukunft so treiben werden und was unsere Generation, er ist auch über 30 und als Hobby ein Admin eines mittelgroßen, aber gut besuchten Forum im Internet, dafür getan hat.
Unsere Urgroßeltern und Großeltern haben zwar unsinnige und mörderische Kriege geführt, aber sie haben zumindest das jeweilige Deutschland und auch den Rest der Welt wieder aufgebaut, damit wir, ihre Enkel, auch darin leben können.
Das hat sich mit dem Internet irgendwie grundlegend geändert. Vielen jungen Menschen von 15 bis um die 20 reichen heute Computer mit Internetanschluss und das ist für sie dann die Welt, die sie erforschen wollen und die echte Welt tangiert sie eigentlich nur noch peripher. Die Medien verstärken diesen Trend mit der Werbung auch noch, denn dort hat jeder Tampon, jede Damenbinde, jedes Zäpfchen und auch jeder Film zuerst mal eine Internetadresse. (Man kann sich richtig vorstellen, wie eine junge Dame, die ihre „Problemtage“ erwartet, sonst eine Suchmaschine, vorzugsweise Google, bemühen müsste, um dann auf http://www.ob-online.de zu erfahren, was es für tolle Mittel gibt, ihre widerspenstigen Körperöffnungen abzudichten.)
Das erledigt aber nun schon die Werbung für die werdende Frau. So wird es Generationen geben, die mit so Internetadressen aufwachsen werden, wie ich mit exotischen Reisezielen vor Augen aufgewachsen bin. Nur habe ich die schon fast alle bereist, seit ich 17 war und ich glaube nicht, dass mir das Internet als Ersatzbefriedigung gereicht hätte. Man kann heute New York und den Grand Canyon mit Webcam und Google-Earth betrachten, aber dort gewesen zu sein, ist dann doch schon etwas anderes. Es wird also eine dunkle Zeit kommen, wo die Kinder gestillt werden, bis sie 16 sind, im Internet wohnen werden, noch bevor sie in der Lage sind, zusammenhängende Sätze zu formulieren oder gar zu schreiben. Einen Ausblick darauf findet man schon heute bei GIGA-Games. Eine Horrorvorstellung!
Zum Glück befreite mich ein Freund und ehemaliger Kollege aus dem Orchester von dieser finsteren Vorstellung.
Er ist da Trompeter, zwei Jahre älter als ich, kam zum Krankenbesuch und um einige Termine abzuklären und hat drei sehr patente Söhne im Alter von 17 bis 24, die allesamt auch sehr gute Musiker sind. Eine HP im Internet hat nur der Mittlere, aber obwohl auch seine Eltern geschieden sind, ist es keine Hasspage, sondern eine sehr kreative HP mit selbstgemachter Musik von ihm, seinen zwei Bands und kleinen Trickfilmen, die er auch noch gemacht hat und da betont er auch, wie stolz er auf seine jüngeren Brüder ist und auf Vater und Mutter, trotzdem sie geschieden sind.
Man wird also nicht automatisch zu solchen Soziophaten, wie die gestörten Mantelkinder und ihre Hassherde mit jungen und alten Idioten, nur weil eine Ehe nicht geklappt hat.
Es ist einfach eine Frage des Charakters und wer schon von Haus aus keinen guten hat, der wird eben auch am Leben scheitern und schon gesund und mit Anfang oder Mitte 20 im Internet enden.
Mittlerweile sind die Foren des Internets schon technisch so strukturiert, dass dort den Leuten, denen die Argumente ausgehen, die Arbeit abgenommen, sie missliebige Kommentare und Postings einfach schlecht bewertet werden können und die die Diskussion, also das Prinzip von Rede und Gegenrede ad absurdum geführt wird! Ich kenne ein Forum, wo es Leute gibt, die bis zu 500 Kommentare(!) im Monat irgendwie bewerten, weil sie offenbar keine eigenen Argumente gegen diese Kommentare haben, sondern viel lieber Zensuren verteilen, als wären sie nur verhinderte Lehrer. Wenn das sich als Standard für unsere Kinder und Enkel durchsetzt, dann ist das was wir vererben eigentlich nur ein Danaergeschenk und sind damit sehr viel schlechter als unsere Großeltern. Die hinterließen uns wenigstens eine echte Welt und keine virtuelle!
Für Kommentargeile:
http://cheopstexte.blog.de