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Vatertag

Auch dieser Tag hat seinen Ursprung in der christlichen Mythologie.
Ursprünglich ging es mal darum:

„Am 40. Tage der Osterzeit feiert die Kirche ein der Verherrlichung des Auferstandenen gewidmetes Hochfest: Christi Himmelfahrt. Es ist ein österliches Fest, das die Menschen ins Freie zieht. In bayerischen Kirchen der Barockzeit öffnete sich früher an diesem Tag beim festlichen Gottesdienst der "Himmel".

„Der auferstandene Christus habe sich vierzig Tage lang von seinen Jüngern wiederholt sehen lassen und sei dann in den Himmel auf den Platz zur Rechten Gottes erhoben worden.“

Der Sohn Gottes hat es also nicht auf die Reihe gebracht, seinen Tod, die Wiederauferstehung und den Abflug hoch zu Papa an Ostern in einem Stück zu erledigen. Seitdem feiern die Christen das als extra Himmelfahrt und bescheren normalen Menschen einen weiteren Feiertag mit geschlossenen Geschäften.
Nun wurde aber aus dem „Tag der Auferstehung des Herrn“ erst einmal nur der Vatertag und für ledige Väter dann der Herrentag, an dem wenigstens die Gasthäuser jubeln konnten, denn die Herren an sich, die aus diesem zusätzlichen freien Tag das beste machten und vor Mutti flüchten, treten immer in Horden auf und haben meist auch mächtigen Durst.
Ich für meinen Teil hab diesen seltsamen Feiertag mangels belegbaren Nachwuchses mit meinen Kumpels seit meiner Jugend also eher als „Herrentag“ gefeiert, obwohl der Begriff „Herren“ uns 15jährige auch nur ziemlich unzutreffend und nicht einmal annähernd richtig definierte. Einen Papst gab es damals zwar auch. Er nannte sich Paul Nummer 6, aber das interessierte uns nicht die Bohne, da wir nur recht weltlich feiern wollten.
Ein paar Jahre später waren wir alle in irgendeiner Lehre, trafen wir uns am Samstag und die motorisierten von uns luden die unmotorisierten mitsamt ein paar Musikinstrumenten in Auto oder aufs Motorrad und wir fuhren in einen Wald bei Berlin, um dort ungestört lärmen und feiern zu können.
Da wurde erst einmal der halbe Wald abgeholzt, denn so zünftige „Herren“ wie wir brauchten ja ein Feuer zum grillen. Das wir damit bestimmt ein Dutzend Gesetze verletzt haben, war uns genauso klar, wie egal, denn dieser Tag war ja unserer, wir mitten im Wald und die Polizei entsprechend weit. Nachdem das mitgebrachte Fleisch und die Würste erst auf dem Grill halbverbrannten und dann von uns vertilgt wurden, ging es an die mitgeschleppten Getränke, natürlich vorwiegend Alkoholika der Sorte Bier und davon dann das Gute von den Tschechen. Dabei mussten wir nur auf die Kraftfahrer aufpassen, denn die Promillegrenze lag damals bei recht vernünftigen Null, aber wir wollte ja alle mal nach hause und wir wussten alle, dass die uniformierten Geier spätestens am Stadtrand lauern würden.
Nur 10 Jahre später sah dieser Tag bei mir zumindest schon anders aus. Ich arbeitete in einem Theater und dort im Orchester und das hatte eigene Traditionen. Aus einer prall gefüllten Orchesterkasse wurden jede Menge Pferdefuhrwerke geordert und bezahlt. Die sich „Kremser“ nannten. Damit ging es dann zu einem Gartengrundstück vor Berlin, das einem der Musiker gehörte und dann wurde da musiziert, das erlegte Wildschwein eines Kollegen gegrillt, der nebenberuflich ein Jäger war gegrillt, getrunken und gefeiert. Ab 1997 war ich dann aber mit der Bühnentechnik unterwegs und wir veranstalteten drei Tage lang ein Kanurennen vor den Toren Berlins auf einem Flüsschen in Mecklenburg Vorpommern, mit den üblichen Alkoholika, großen Lagerfeuern und nachgebauten indianischen Tipis.
So konnte man diesem Feiertag aus der christlichen Mythologie immer noch etwas Positives abgewinnen und an einem Computer und gar in der virtuellen Welt des Internets verbrachte ihn keiner. Weder ein Musiker und schon gar kein Bühnentechniker.
Aber die Zeiten scheinen sich mächtig zu ändern.