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Vergängliches

Während allen anderen Fernsehsender ihr Publikum an diesem Montag mit fadem Mist beglückten und RTL sich sogar berufen fühlte, dass dringende Problem der modischen Schamlippenkorrektur in aller Ausführlichkeit zu erörtern, wuchs der, sonst eher dröge Abspielsender für alte und neue Sitcoms, Kabel Eins, völlig über sich hinaus und widmete einen ganzen Abend dem Sänger Farookh Bulsara von der Gewürzinsel Sansibar, der in der Welt eher als Freddy Mercury, dem Frontmann der legendären Rockgruppe Queen bekannt sein dürfte und der dieses Jahr auch stramme 60 geworden wäre. Kabel Eins beamte die die Zuschauer mal eben zwei Jahrzehnte zurück in die, zumindest musikalisch, heile Welt der achtziger Jahre. Schon interessant, wie in einer, so spannenden, politisch so brisanten und wechselhaften Zeit eine so gute Musik gemacht wurde. Ich selbst war und bin noch immer ein beinharter Fan der Rolling Stones, einer Band aus der Steinzeit des Rock, aber die Hits von Queen wurden durch die Bank weg zu Hymnen und haben, wie zum Beispiel „A Kind of Magic“, „Princes of the Universe“, „Flash Gordon“ oder auch die „Bohemian Rapsody“ auch ganze Filme geprägt, haben so auch den Weg in mein Ohr gefunden und blieben als gute Erinnerung haften. Ich fand zwar die Musik der Stones besser, aber ich hab neidlos zugestehen können, dass Freddy Mercury und Queen sehr viel musikalischer war. Die Gründung von Queen ist allerdings auch schon was länger her. Ende der 60er Jahre spielen Brian May (Gitarre) und Roger Taylor (Drums) in der Londoner College-Band Smile, bis ein Kerl namens Frederik Bulsara die beiden überzeugt, statt geradlinigem Rock doch etwas Neues, eine Mischung aus Rock und Operette zu kreieren. Damit wurde dann Queen eine der erfolgreichsten Bands der achtziger Jahre und das sollte sich auch nicht ändern, bis Kopf und Sänger der Gruppe, Freddy Mercury am 24. November 1991 für die Musikwelt völlig überraschend an den Folgen der Immunschwäche AIDS verstarb. Mercury hatte nur einen Tag vorher bekannt gemacht, dass er an dieser tödlichen Krankheit leide. Da die Band das letzte Mal 1986, also vor genau 20 Jahren, auf Tournee und nicht in Westberlin war und ich das, ohnehin ausverkaufte, Konzert in Budapester Népstadion verpasst habe, bin auch ich auf die Konserve auf DVD mit dem Konzert im Londoner Wembley-Stadion angewiesen, wenn ich die Band live sehen will. Will man der Wikipedia glauben, bewies dort Freddy Mercury sogar seherische Fähigkeiten:


Ein prophetischer Moment ereignete sich im Londoner Wembley-Stadion, als Freddie Mercury dem Publikum sagte: „There's been a lot of rumors lately about a certain band called Queen ... the rumors are that we're gonna split up. What do you think?” („Da waren kürzlich viele Gerüchte über eine gewisse Band namens Queen [...] diese Gerüchte waren, dass wir uns trennen. Was denkt ihr?“) Zuschauer: „No!“ Mercury: „Forget those rumors, we're gonna stay together 'till we die, I'm sure!“ („Vergesst diese Gerüchte, wir bleiben zusammen, bis wir sterben, ich bin mir sicher!“) Nach diesen Worten, die an eine Textstelle in Save Me erinnern, spielte die Band den Titel Who Wants to Live Forever.


Nun, es sollte so kommen, wie es Mercury fühlte und nach seinem Tod war es De Facto dann auch mit Queen vorbei. Egal, wer nun sang, wenn Brian May, John Deacon und Roger Taylor als Queen auftraten, ob nun Robbie Williams im Gedenkkonzert für Freddy Mercury von 1992 oder nun Paul Roger als offizieller Sänger, es reicht an Freddy Mercury nicht einmal im Ansatz heran, denn ohne den kreativen Kopf und die Stimme von Freddy Mercury ist die Rockgruppe Queen nur noch ein Schatten ihrer selbst. Da kann man es schon als Lichtblick betrachten, wenn sich wenigstens ein dröger Sender, wie Kabel Eins an die besseren Zeiten in der Musik erinnert und man so noch eindringlicher an die Vergänglichkeit alles Guten erinnert wird.

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