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Verlorene Unschuld

Vor ein paar Minuten habe ich im Rahmen eines Berichts in der ARD über die jüngste Abgeordnete im sächsischen Landtag mit einigem Erstaunen und ziemlichem Entsetzen vernommen, was diese Abgeordneten sich für ihre Tätigkeit im Landtag so an Geldern gönnen.
5000 Euro monatlich pro Abgeordneter und das finde ich, zart ausgedrückt, ziemlich schamlos, wenn Deutschland zur gleichen Zeit über fünf Millionen Arbeitslose hat.
Klar müssen auch Abgeordnete leben, aber warum eigentlich immer im Luxus?
In der DDR wurde die regierende SED wegen sehr viel Weniger aus Amt und Würden gejagt, aber die Bundesbürger haben sich damit wohl abgefunden, dass sich ihre Regierung für denkbar schlechte Leistungen so ungeniert die Taschen und die Konten füllt. Nun haben auch die Revolutionäre von 1989 ihre Unschuld verloren und werden von blinder Gier getrieben. Man lasse sich, wie diese parteilose Studentin von einer Partei(!), in dem Fall der PDS, aufstellen und man hat keine sicher Probleme mit der Studiengebühr.
5000 Euro sind nach alter Rechnung noch immer 10 000 DM und um soviel zu verdienen, muss man für gewöhnlich schon einiges Außergewöhnliches geleistet haben.
Mit nur gewählt worden sein ist es da eigentlich noch nicht getan, denn das ist an sich noch keine Leistung, denn das schafft ja sogar ein Bush.
Aber die Regierung und die Opposition in Berlin machen es mit ihren Gesetzen zur Selbstversorgung wieder vor. Da reicht es zum Beispiel völlig aus, auch nur einen Tag für irgendeine Partei im Bundestag gesessen zu haben und schon hat man Anspruch auf lebenslange(!) 2500 Euro im Monat, wenn die 5000 DM, die es 2001 noch dafür gab, nicht allzu schräg umgerechnet worden sind.
Mit entsprechenden Ämtern versehen, natürlich noch einen Batzen mehr. Auf Nachfrage gibt es die stereotype Antwort, dass man damit den Politikern vor Begehrlichkeiten aus der Industrie schützen müsse, aber wenn man sich die Affairen über Steuerhinterziehung und das Veruntreuen von Spendengeldern gerade aus der Industrie so ansieht, bei denen sogar ein liberaler Wirtschaftsminister und ein Kanzler der Christenunion ziemlich gierig die Hand aufgehalten haben, darf man, muss man doch Fragen, wer sich da eigentlich anmaßt, dieses Land bis in den Ruin hinein zu regieren.
Der adlige Wirtschaftsminister der Liberalen wurde von einem Gericht verurteilt, aber den christlichen Kanzler befiel eine merkwürdige und sehr gezielte Demenz, bei der ihm gewisse Spender entfielen.
Nun stehen deren Erben aber schon in den Startlöchern, um den bösen Kanzler der Sozis zu stürzen, der den lockeren Umgang seines Vorgängers mit dem Geld der Bürger erst einmal und zusammen mit fünf Millionen Arbeitslosen ausbaden musste.
Auch die Leute, die die SED wegen ihres, heute lächerlichen, Luxus in Wandtlitz und Ostberlin aus dem Amt gejagt hatten, sitzen heute in Land oder Bundestag und kassieren für gezieltes Nichtstun ein Vielfaches von dem, das die Genossen Früher eingestrichen haben. Sie müssen nicht einmal in ein Mikrophon rülpsen, es reicht völlig, dass sie anwesend sind durch den SPIEGEL und vom Europaparlament wissen wir, das nicht einmal das nötig sein muss. Eine Unterschrift reicht da aus, um die Gelder einzustreichen! Wenn es je eine Unschuld gegeben hat, ein Jahr vor dem Wahljahr 2006 weiß der Deutsche, egal wo er lebt, dass diese ein Mythos ist.