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Virtuelle Freundschaften

Diese sind in der Regel meist, oder zumindest oft genug. nicht das Byte wert, mit dem sie besiegelt wurden.

„Wem der grosse Wurf gelungen,
Eines Freundes Freund zu sein,
Wer ein holdes Weib errungen,
Mische seinen Jubel ein!
Ja, wer auch nur eine Seele
Sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wer's nie gekonnt, der stehle
Weinend sich aus diesem Bund“

So beschrieb schon Friedrich Schiller in seiner Ode an die Freude die Schwierigkeiten bei dieser diese Variante zwischenmenschlicher Beziehung, die Bethooven dann 1808 in seiner 9. Symphonie dann recht eindrucksvoll vertont hatte. Das hatte also ein großer Schriftsteller schon vor 200 Jahren erkannt und da war das Internet noch eher unterentwickelt. Ich hab heute zwar kein holdes Weib errungen, aber ich habe Freunde, die ich seit über 30 Jahren kenne und einen besten Freund, bei dem es bald 20 werden. Ich habe also Grund für einmischenden Jubel, denn ich habe gute Freunde.
Unter diesen Voraussetzungen betrat ich 1999 das Internet und loggte mich dort in eine Community ein und schloss mich da also einer Gruppe von Menschen mit den gleichen Interessen an, wie ich glaubte, also in dem Fall Computer und Internet. Diese Community gehörte zu einer, damals noch interessanten Fernsehsendung, die sich passend zum Thema, GIGA nannte und eigentlich auf eine jugendliche Zielgruppe ausgerichtet war, aber das nahm ich als Herausforderung und machte mit. Trotz eines Altersunterschieds von oft mehr als 20 Jahren kam ich mit den meisten Leuten recht gut aus. Es gab auch Ältere Leute dort, aber immernoch jünger als ich. So auch jemand aus der Schweiz, der sich erstmal freundlich meiner Unbeholfenheit annahm. . Es war Sitte in dieser Comm, das man engere Bekanntschaft dort als Freundschaft bezeichnete und einem Haken in einer virtuellen Liste besiegelte. Ich machte viel zu großzügig meine Haken und glaubte mich mit vielen dann befreundet, die sich mir via Haken als Freunde andienten.
So auch dieser Schweizer. Erstmal fühlte ich mich geehrt, weil ich glaubte, dass er sowohl vom Leben, als auch von Internet-Technologie eine Menge verstand. Man bekam zumindest den Eindruck dass es so ist, wenn man sich näher mit ihm unterhielt und allein das Reden hatte mich schon beeindruckt, denn ich hatte ja nun gar keine Ahnung. Der Schweizer machte auch viel für die Community und bekam dafür Respekt und virtuelle „Posten“. Ich fand es in Ordnung, weil er u.a. auch eine Birthdaypage für die Chatter da machte, die, einmal eingetragen, von der halben Comm am Geburtstag Glückwünsche bekamen. Dann gab es Veränderungen in der Community und ein Chatter wurde plötzlich der Chef. Ein Student, der wohl Arbeit brauchte, aber vom Thema nicht so die Ahnung hatte, wie es eigentlich hätte sein müssen, wenn man einen Job antritt. Dann zeigte die Technik ihre marode Seite und der Chat drohte zu kollabieren und ich machte in dem dafür vorgesehenem Forum diverse Vorschläge, um wenigstens den organisatorischen Ablauf zu vereinfachen. Nur die Verantwortlichen reagierten seltsam.
Der neue Chef z.B. legte sich ein zweites, anonymes Alias zu, um mich in dem gleichen Forum konkret zu diffamieren und einige sehr jungendliche Hohlköpfe taten es ihm sofort gleich. Vorneweg eine Frau aus dem Norden, die noch älter war als ich und die sich auch zuerst als virtuelle „Freundin“ angedient und mich sogar besucht hatte. Bei mir auf dem heimischen Sofa gab sie die Internetrebellin und verfluchte recht deutlich den neuen Chef, die marode Technik und alle Träger von virtuellen „Titeln“.
Bei sich zuhause wieder angekommen änderte sich da plötzlich was. Die Technik war zwar immernoch marode und der Chat schmierte regelmäßig ab, aber ihre Neigung richtete sich plötzlich auf die Erlangung eines solchen „Titels“. So gerüstet, entdeckte sie dann das Mobben als ein neues Hobby für sich und begann mich auch in den Foren zu diffamieren und zu jagen. Mein schweizer „Freund“ reagierte ziemlich verhalten zu diesem Treiben und heute, vier Jahre später, weiß ich auch warum. Der Begriff der Freundschaft, der für mich etwas Wertvolles und fast etwas Heiliges darstellt, ist bei solchen Leuten eigentlich nur ein zerlegbares Etwas ohne jeden Wert. Der Schweizer ließ mich jetzt interessante Sachen wissen. Nach eigener Definition kann er Bekanntschaft nicht von Freundschaft unterscheiden und er schrieb mir Folgendes:


„es gibt unterschiedlichste arten von freundschaft... jene zu dir war eine lose, auflösbare. Richtig“

Sowas kenne und kannte ich auch noch nie, denn einen Freund und einen Bekannten vermag ich noch zu trennen. Kurios ist in diesem Zusammenhang sich der Schweizer in einem Gespräch mit mir im ICQ über den Verfall der Werte und der Moral beklagt hatte. Nun, bei solchen „Vorbildern“, wie ihm, dem Studenten als Chefersatz und der alten Frau aus dem Norden wundert mich zumindest nichts mehr. Ich habe mich dann aus dieser Community verdrückt, nachdem ein Körper diesem Stress dort nicht mehr gewachsen war und er teilweise mir den Dienst versagte. Die beiden alten „Titelträger“ mit den seltsamen Auffassungen über die Freundschaft blieben da und erfüllten ihr virtuelles „Amt“ wohl mit sehr realem Leben. Zumindest solange, bis wegen der Inkompetenz der Macher die marode Technik genauso versagte wie mein Körper und der Chat den Weg alles Irdischen ging und man „Titelträger“ einfach nicht mehr brauchte. Der Schweizer zeigte sich völlig überrascht von dieser Offensichtlichkeit, verwies auf sein Alter, was ihn vorher noch nie gestört hat und verließ die Community, aus der eins der vielen Internetboards geworden war in spätem Zorn. Das ist erkennbar daran, das er alles was mit dieser Comm mal zu tun hatte restfrei von seiner HP löschte und auch die Birthdaypage der Chatter entfernt hatte. Das macht niemand, der in Frieden geht! Die alte Frau aus dem Norden umjubelt ihn täglich in seinem Gästebuch, aber vielleicht braucht der Schweizer das ja. Genauso, wie seine Fans auf dem Board jetzt seitenweise Nachrufe verfassen, als ob er wie ein Held gegen die zuständige Commred gekämpft hätte und dabei sein Leben gelassen hätte. Ich gönne ihm diesen Ruhm, denn es ist ja ein rein Virtueller. Ich bleib dann doch in einer realen Welt und Mitte 30 hatte ich auch Besseres mit meinem Leben anzufangen gewusst, als es in einer Virtualität zu verplempern, wie diese beiden erwachsenen Menschlein

Zum Glück gibt es aber sehr viel jüngere Menschen, die diesen alten, die mir allen Ernstes noch Paranoia einreden wollten, dann glatt das Wasser abgraben. In der Reihenfolge des Eintritts in mein Leben, sind das der junge Robin, Sven, Felix, Michi, Markus und der noch sehr viel jüngere Julian. Auch ein Simon hat mich besucht, aber er ist so jung und verwechselt politischen Meinung und Freundschaft ganz gerne. Bei solchen Erwachsenen ist das auch kein Wunder. Nunja, es gibt andere, die zu mir halten, obwohl ich außer meiner ziemlich maroden Person und meinem guten Rat eigentlich nichts zu bieten habe. Ich hab kein Geld mehr und Computerwissen hatte ich noch nie. Ich weiß nur, dass ich auf jeden Fall Felix, Michi, Markus und Julian via Internet noch ein paar Jahre begleiten werde, so sie mich den lassen. Auch nur einer dieser jungen Menschen ist mehr wert, als diese beiden „Titel“ tragenden Gebeine zusammen!
Mich würde interessieren, mit welchen Worten Schiller das heute in ein Gedicht fassen würde, wenn er noch lebte, aber das ist dann schon wieder zu hypothetisch.
So krank, wie das Ganze nunmal ist, erwarte ich jetzt Rudelweise selbsternannte "Verteidiger" dieser beiden gestörten Alten, anonym sudelnd in meinem Gästebuch. Nur zu, Ihr Hirnsteine, dann hab ich was zum Löschen und/oder kommentieren!
Kommt auf meine Laune an...:)