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Vorwärts ins Mittelalter

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Was mal als Vorteil dieser Gesellschaft gedacht war, ist nun zu einem ihrer größten Übel geworden. Den Menschen sollte der Weg zu Gericht ist mittlerweile fast zu leicht gemacht und nun endet so ziemlich jeder Schiss vor einem Richter. So wie die Berliner Ladenöffnungszeiten, die ich als Kunde noch 2006 als sehr wohltuend und fortschrittlich empfunden habe. Die wurden heute, am 1. Dezember 2009 mit Verweis auf den zu schützenden Kirchgang vom Bundesverfassungsgericht gekappt, weil die Kirchen als moderne Kreuzritter gegen dieses Gesetz des Satans in Gestalt des Berliner Senats geklagt hatten. Als Begründung haben Gesetze aus der Weimarer Republik dafür herhalten müssen. Den Verfassungsrichtern scheinen die Kalender abhanden gekommen zu sein, denn auf denen hätten sie das Jahr 2009 und nicht etwa 1919 lesen können. Es wird ja gerne davon berichtet, wie gut und weltmännisch es sei, wenn man in den USA rund um die Uhr einkaufen könne. Nur in Deutschland möchte man gerne duschen, aber dabei ja nicht nass werden. Der Konsum muss gefördert werden, aber am besten bleiben die Geschäfte dabei so verrammelt wie zu des frommen Kaisers Zeiten. Berlin war mit seinem fortschrittlichen Ladenschlussgesetz auf dem Weg zur offenen Weltstadt und ist dank dieses Urteils nur ein großes Dorf unter der Fuchtel einer katholischen geprägten Judikative. Als Merkel ihr erstes Wirtschaftswunder versprach, jagte mir das nur Angst ein, denn die fünfziger Jahre waren alles andere als vergnüglich. Das Bundesverfassungsgericht ist jetzt für die Kirchen noch weiter zurück und führt Deutschland an den Beginn des letzten Jahrhunderts. Nur ist die Begründung dafür nicht ganz nachvollziehbar, denn der christliche Mythos spricht ja von einem allwissenden, allmächtigen und vor allem, von einem allgegenwärtigen Gott, der sich ja sogar für Moses als brennender Dornbusch gezeigt haben soll. Einem solchen Gott kann es doch völlig egal sein, ob seine Fans ihn am Sonntagmorgen anbeten oder am Mittwoch um Mitternacht. In Zeiten der Krise und des Jammers über sinkenden Konsum
ist dieses Urteil so falsch und befangen, wie ein Urteil eigentlich nur sein kann. Es muss auch sehr schlecht um die Kirchen bestellt sein, wenn sie ihre Gläubigen schon mit Gerichtsurteilen zum Gebet in die Gotteshäuser zwingen müssen. In keiner der anderen Weltreligionen wird um die Sonn und Feiertage so ein Geschiss gemacht wie bei den Christen, der regierende Bürgermeister Wowereit und sein Senat haben mit ihrem Gesetz zu den liberalisierten Ladenöffnungszeiten ohne Steuergelder zu verschwenden, mehr für den stagnierenden Konsum getan, als Merkel mit ihren verschwendeten Billionen.
Da die nichtreligiösen Kunden, die ganz gerne am Wochenende einkaufen würden, darunter am meisten zu leiden haben, ist dieses Urteil zum Bet- und Ruhezwang ein klarer Fall von nicht funktionierender Trennung von Kirche und Staat. Gerade in einer Metropole wie Berlin wo jeder Fünfte arbeitslos ist, sind solche Entscheidungen einfach nur religiöses Gift für die Wirtschaft. Aber in einem Land, in dem das Volk stolz darauf ist, dass ein Alter deutscher Mann in Frauenkleidern durch den Vatikan schlurft und sich für den irdischen Vertreter Gottes hält, regt sich bei einem solchen Urteil nicht einmal Widerspruch im Volk und da ist die Zukunft dann nur wieder das Mittelalter. Wie sagt Volker Pispers immer so schön: „Was meinen sie, was hier los wäre, wenn mehr Menschen wüssten, was hier los ist? Bis neulich.“ Wohin die Kirche steuert und was sie will, dürfte spätestens jetzt klar sein. Wie im Mittelalter will sie ans Geld:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article5612940/Wer-die-Kirche-verlaesst-soll-Ethik-Steuer-zahlen.html








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