About me
   Verfasstes
   Internetfamilie
   Fotos
   Friends
   Tiere
   Links
   Guestbook
   Diverse Bilder
Wahl der Qual

Merkel-Marionette-WebTitanic-Westerwelle_02

Was mich 1990 noch euphorisch dazu trieb, mich am 18. März ernsthaft 12 Stunden als Wahlhelfer der neuen „SPD der DDR“ in ein altes Büro der Nationalen Front hinzustellen und aktiv zu hoffen, ist fast 20 Jahre später nur noch eine lästige politische Pflicht geworden. Nur 1998 keimte mit Schröder noch mal eine kurze Hoffnung auf, Kanzler Kohl nach 16 Jahren loszuwerden, aber da der nicht anders als sein Vorgänger agierte, ist auch er nach zwei Wahlen an seinem Aktionismus vor der dritten Wahl dabei gescheitert.
Dann haben sich die beruflichen Christen in Deutschland von Helmut Kohl allen Ernstes ein “Kreisleitungsmitglied und Sekretärin für Agitation und Propaganda bei der FDJ“, eine gewisse Angela Merkel, überhelfen lassen, deren ganze nachvollziehbare Leistung nur darin bestand, irgendwie an die Macht zu wollen, aber in einem Land, wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen auch Zwerge lange Schatten. Also fand sich eine allzu willige SPD, die zur CDU ins Bett stiegen und der sozialistischen Pocahontas aus dem Osten zur gewünschten Macht verholfen haben.
Damit hat die SPD alle sozialdemokratischen Grundsätze von sich geworfen und sich in einer Legislatur zur zweiten CDU entwickelt und das wurde von den Wählern 2009 entsprechend bestraft. Obwohl Merkel eigentlich nur mit unsinnigen Verboten und nicht mit konstruktiven Gesetzen aufwarten konnte, sahen viele Wähler ihr Heil nun in ihr und dem etwas schmierig wirkenden Westerwelle, der mir eher wie ein windiger Vertreter vorkommt, als wie ein seriöser Politiker.
Mein Tag dieses Kanzlercastings begann so wie in den letzten Jahren. Mein zuständiger Friedhofsgärtner weckte mich gegen 13:00 Uhr in meiner Gruft und fuhr mich im Leichenwagen zum Wahllokal. Dieses war diesmal nicht mal mehr in einer Schule, sondern in meiner alten Turnhalle, in der man mich vor 35 Jahren zu ziemlich unwürdigen Handlungen gezwungen hatte. Sie wirkte noch genauso vergammelt wie zu Zeiten der DDR und so wirkte die aktuelle Politik da gerade richtig untergebracht.
Der erschreckende Mangel an Themen in diesem Wahlkrampf, in dem weder die Krisen noch die steigende Armut der Deutschen und drohende Verluste von Arbeitsplätzen angemessen vorkamen, ließen mich in alte Gewohnheit verfallen und mich mit Christian Ströbele von den Grünen den einzig glaubwürdigen Politiker und bei der Partei aus Nostalgie die SPD wählen. Ich tauge eben nicht zum Wechselwähler und man hat ja auch gewisse Prinzipien, die man vor sich vertreten muss.
Zuhause in der Gruft erlebte ich dann die Nachteile eines zu großen Fernsehers, denn als die ersten Ergebnisse der Hochrechnungen bekannt wurden, grinste das Clerasil-Werbegesicht Westerwelle und der faltige Besen Merkel in Kinogröße in meine Wohnung.
Lief mittags noch das Eingeständnis deutscher Armseligkeit, bei dem Sat1 aus Obamas Kampfruf „Yes we Can!“, also „Ja, wir können es!“ ein ziemlich dummes „Yes we Can Dance!“, also „Ja, wir können tanzen!“, bei dem sich B bis F-Promis vor der Kamera zum Affen machten, reagierte Pro7 angemessen auf das Wahlergebnis und brachte den Teil von Star Wars, in dem die dunkle Seite der Macht auch fürs Erste die Oberhand bekam.
Denn auf Dauer werden selbst die konservativsten Deutschen an Bespitzelung und Sozialabbau keine echte Freude haben.
Wie die FDP ihre Bürgerrechte gegen den spitzelnden Mielke auf Rädern und die zensierenden Familienursel durchsetzen will, wird eine spannende Frage bleiben. Auch ein Hauch DDR kam mit dem Wahlkampf der Merkel, wo ein so genannter „Flashmob“, also frei übersetzt, Blitzpöbel, ihren Wahlkampf mit Gebrüll von einem sinnfreien „Yeeaah“ begleiteten.
So wie die bestellten Jubler der SED in der DDR oder die Jubelperser, die 1967 beim Besuch des persischen Schahs unangenehm auffielen. Es werden interessante, aber keine guten Zeiten, die da kommen werden, denn nun wird alles umgekrempelt und auch die Atomkraft wird neu belebt werden. Die SPD sollte die Opposition nun nutzen, um sich thematisch und personell zu regenerieren und das hätte sie schon 2005 tun sollen. Nun hat Deutschland die Regierung, die es offenbar verdient.
Merkel und Westerwelle haben auch nicht gesiegt, weil sie so gut waren, sondern weil die anderen Parteien einfach zuviel Mist gemacht haben und sich mit sich selbst beschäftigten. Dafür haben die Deutschen nun Gestalten gewählt, deren Vorstellung von der ungebremsten Marktwirtschaft erst die Ursache der laufenden Krise war!




Wer dazu eine Meinung hat, der bemühe den Link hier