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Wahlziele verfehlt

Erste Eindrücke von dem Gemetzel der Bundestagswahl 2005

Es kam, wie es kommen musste.
Dank des politischen Eiertanz der letzten Wochen und Monate ging die Bundestagswahl so schräg aus, dass nun keiner eine anständige Mehrheit hat.
Die Bürger in Deutschland wollen weder eine Regierung Rot/Grün unter Kanzler Schröder, aber eine Regierung Schwarz/Gelb mit einer Kanzlerin Merkel will das Volk trotz einer starken und zweistelligen FDP noch weniger, als es Schwarz/Gelb mit einem Kanzler Stoiber wollte.
Wie üblich in solcher Zeit verfällt man in alte Rituale und jede Partei feiert sich um 18:30 Uhr im ZDF als Gewinner.
Sogar die ziemlich deutlich abgewählte SPD feiert ihr „gutes Ergebnis“, das zwar besser ist, als in allen Umfragen, aber das schlechteste Ergebnis der SPD überhaupt.
Aber die alte SPD reagiert eben trotzig auf Niederlagen.
Die stärkste Fraktion bildet die Union und daraus leitet auch Frau Merkel ebenso trotzig den Auftrag ab, eine Regierung mit natürlich ihr als Kanzlerin zu bilden, auch wenn sie eigentlich keiner haben will.
Wie sie das anstellen will, bleibt ihr sorgsam gehütetes Geheimnis, denn außer der FDP möchte so keiner richtig mit ihr ins (politische) Bett.
Wenn sie großkotzig ankündigt, nicht mit der Linkspartei/PDS zu wollen, so ist das eher ein unfreiwilliger Lacher, denn Gregor Gysi und Oskar Lafontaine haben sie als Partner ganz sicher in keine nähere Erwägung gezogen.
Gerade Gregor Gysi und Oskar Lafontaine sind die lachenden Vierten bei dieser Wahl, denn Oskar Lafontaine hat dem alten Kumpel und jetzigen Erzfeind Schröder eins ausgewischt und die Stimmen abgegraben und Gregor Gysi hat seine PDS mit neuem Namen, aber endlich wieder als Fraktion im deutschen Bundestag.
Überhaupt war diese ganze Wahl eine einzige Verhinderungswahl. Frau Merkel und Herr Westerwelle wollten Rot/Grün verhindern und der Rest wollte eigentlich nur eine Kanzlerin Merkel verhindern. Die Machtgeile Frau Merkel würde sogar mit der ungeliebten Türkei Koalitionsgespräche führen, wenn sie dadurch Kanzlerin werden könnte, aber diese Option steht nicht zur Wahl.
Nun kann es aber kommen, dass genau das, also eine Kanzlerin Merkel passiert, denn die vor der Wahl so strikt und so kategorisch abgelehnte große Koalition von SPD und Union unter einer Kanzlerin Merkel scheint das einzig Machbare zu sein, auch wenn der amtierende Kanzler Schröder das natürlich anders sieht.
Das Selbstbewusstsein der Parteiführer und Kandidaten, die eigentlich diese Wahl verloren haben ist so ausgeprägt, dass es bis zum völligen Realitätsverlust reichen würde. Frau Merkel hätte bei der Präsidentenwahl in Afghanistan bessere Chancen gehabt, denn dort müsste sie eine Burka tragen und so die Optik hätte keine Rolle gespielt.
Ich, als Wähler und politisch noch wacher Bürger dieses Landes, sehe mich enttäuscht und etwas traurig über die Kurzsichtigkeit der deutschen Wähler, die offensichtlich wieder bereit sind, jeden Mist zu glauben und dann sogar noch zu wählen.
Als Fazit dieser Wahl sehe ich persönlich jetzt die Neuwahl, denn eine große Koalition bringt erwiesenermaßen keine Lösung der Probleme, sondern in erster Linie nur einen Stillstand in der politischen Arbeit.
Bis jetzt hat jeder die Wahl gewonnen und alle sind Kanzler. So bleibt noch viel Raum für Phantasie.
Für Kommentarfreaks