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Weihnachten in Familie

weihnacht-2005Metatron


begann dieses Weihnachten wie immer, wie jedes Jahr, ich war frühmorgens im Bett und schlief dann ziemlich fest bis Mittags um 14:00 Uhr, wo ich aufstehen musste, weil es an der Tür wie wild klingelte. Ich machte etwas knurrig auf, aber dann war ich überrascht, denn da stand mein Großvater. An sich ist Besuch aus der Familie zu Weihnachten nicht sehr ungewöhnlich, aber dieser war es dann schon, weil mein Großvater 1976, also vor genau 30 Jahren verstorben war.
Dafür sah er erstaunlich gut und vor allem sehr lebendig aus. Als ich fragte, wie das denn ginge, erzählte er mir von einem neuen Vertrag, den Himmel und Hölle genau für diesen Tag gemacht haben und nach dem Insassen von Himmel und Hölle ihre noch lebenden Verwandten besuchen können, wenn sie es denn wollen. Nun war mein Opa ein sehr interessierter und lebenslustiger Toter und ziemlich schockiert darüber, was aus seinem gesunden Enkel so geworden ist, aber ihm gefiel meine neue Wohnung, also setzte ich ihn ins Wohnzimmer und holte ihm ein Bier, denn ich hatte wichtige Anrufe im Schlafzimmer zu machen, denn ich wollte der Sache natürlich auf den Grund gehen.
Aus dem Film „Dogma“ hatte ich ja noch zwei alte Bekannte, die ich deswegen konsultieren konnte, den Dämonen Azrael aus der Hölle und Metatron, einen der Seraphim der Chefs aller Engel bei der himmlischen Konkurrenz und nebenberuflich das Sprachrohr eines Gottes. Von denen hatte ich schon seit 1999 die Handynummern und konnte anrufen, wann immer ich wollte.
Nun hatte ich mal einen echten Grund und rief zuerst bei Azrael an, weil mir die Hölle immer zuverlässiger war, als die andere Fraktion und richtig, Azrael bestätigte mir diesen Deal und so war dann auch mit meiner etwas bösartigen Großmutter zu rechnen, die dann aber von unten kommen würde, wie der, von ihr wohl leicht genervte und nun fast erleichterte, Dämon noch erwähnte.
Das hatte sie schon zu Lebzeiten gut drauf und wir alle wussten, sie würde selbst dem Teufel in der Hölle mit Neid und Missgunst ziemlich auf die Ketten gehen. Aber noch war sie weg und ich konzentrierte mich nur auf Anwesende.
Als ich meine Mutter anrief, um sie von meinem erstaunlichen Gast zu unterrichten, war sie wenig überrascht, denn bei ihr im Wohnzimmer saß der Mann, den ich 35 Jahre lang meinen Vater nannte, obwohl er nur mein Stiefvater war und der 1995 eigentlich seinerseits verstorben ist und er trank mit meinem Onkel Glühwein und Grog um die Wette.
Da das auch meinen Großvater näher interessierte, ging ich mit ihm rüber zu Muttern wo schon der leicht angesoffene Vater, ein leckeres Fondue und natürlich der Austausch der Konsumgüter, vulgo der Geschenke warteten.
Nachdem ich nun auch meinen Vater begrüßt, mir die Hand herzhaft am Fondue versengt, mein sämtliches Fleisch in der heißen Käsepampe versenkt hatte und die Geschenke ausgetauscht waren, beschlossen wir, gemeinsam in die Kirche zur Nachtmesse zu gehen und uns für diese familiäre Aktion beim Himmel zu bedanken, denn für die Hölle gab es ja leider keine solche Institution, die sie auf der Erde vertrat, wie Azrael, der sich der kleinen Feier spontan angeschlossen hatte, zerknirscht einräumte.
So liefen wir also alle zur Kirche bei mir um die Ecke und Vater, Onkel und Großvater schon mit leicht unsicherem Fuß nach der Menge an Grog und Glühwein, die sie schon vertilgt hatten. Auch Metatron kam vorbei und war begeistert, weil wir Heiden freiwillig in eine Kirche gehen wollten.
Er schloss sich uns an und begann, wie gewöhnt, mit Azrael zu streiten, denn selbst Erzengel sind wohl doch nur Menschen, die sich auch austoben müssen. so schickte ich Azrael besser wieder in die Wohnung meiner Mutter, damit er schon einmal aufräumen und auf die Ente im Ofen für den ersten Feiertag aufpassen könnte, was sich als schwerer Fehler erwies, aber dazu später. Wir hatten uns für die katholische Kirche entschieden, weil die immer soviel Aufriss und Brimborium um Weihnachten machen und weil auch Metatron dafür war.
Aus dem Haus getreten sahen wir dann auch die Lichterketten an unseren Neubauten, die so platziert waren, dass sie auch von kurzsichtigen Islamisten in den entführten Flugzeugen noch gesehen werden konnten. Nur war uns das egal, denn wir wollten ja tatsächlich noch zur Kirche.
Dort erwarteten uns ein brabbelnder Pfaffe und mehrere Frauenchöre, die heftig jubilierten, was besonders der Großvater als Highlight empfand, denn seit seinem Tod hatte er lange keine so jungen und lebendigen Frauen mehr gesehen und Engel waren nicht sein Ding, denn dazu war er zulange mit keinem verheiratet gewesen. Die verblichene Großmutter ist zum Glück auch nicht mehr gekommen.
Ansonsten hatten wir alle Eines gemeinsam in der Kirche, denn wir langweilten uns herzlich und Metatron rief sogar mehr als einmal etwas von Blasphemie, die sein zuständiger Gott unbedingt mal ahnden müsse bei dieser katholische Kirche.
Das war insofern merkwürdig, weil er die ganze Zeit davor eigentlich ziemlich entspannt wirkte. So verging dann doch eine Stunde Kirche noch recht kurzweilig, denn wann erlebt man schon mal einen der Seraphim, der sich mit Gottes Bodenpersonal anlegt?
Dann kam der Moment, als der Pfaffe die Kollekte einforderte und da rastete Metatron dann richtig aus, denn mit Geld wollte sein Chef nun doch nichts zu schaffen haben. So nutzten Vater und Großvater die Gunst des Augenblicks und griffen in die Kollekte, um mit dem Geld noch schnell eine Kneipe in der Gegend zu besuchen, bevor sie wieder dahin mussten, wo es weder Alkohol, noch Geld oder Kneipen gab, denn sie hatten kein Bares bei und wollten auch nicht fragen.
Also kann es so doll im Himmel dann auch nicht sein. Wie auch immer, so langsam ging uns die Kirche auf den Geist, Vater und Großvater verabschiedeten sich herzlich, was ihnen bei ihrem Tod nicht vergönnt war und gingen zusammen einen trinken.
Etwas, dass sie zu Lebzeiten auch versäumt hatten und nun nachholten. An der Kirche lärmte eine Feuerwehr vorbei und Metatron jagte uns hoch, denn er wusste mehr.
Wir liefen zum Haus meiner Mutter und Metatron lag richtig, Azrael hat das mit der knusprigen Ente wörtlich genommen, sie mit Höllenfeuer gebraten und die Wohnung meiner Mutter stand in Flammen. Als sie zu Zeter und Mordio ansetzen wollte, beruhigte Metatron sie, schnippte mit dem Finger und die Wohnung war intakt wie vorher, mit allem was drin war. Ich fuhr noch mit hoch, holte meine Geschenke und ging dann in meine eigene Wohnung in einem anderen Haus. So wurde es dann ein schöner Abend, der auch ein wenig heilig war und mich noch einmal mit großer Familie feiern ließ. Dann verabschiedete ich mich auch von Metatron, der an diesem Abend soviel Gutes getan hatte und sank hundemüde in mein Bett.

Der Metatron im Stress:



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