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Wenn die Träume dann fliegen

Neugierig gemacht durch den Film „Wenn Träume fliegen lernen“ von Marc Forster 2004 mit Johnny Depp wollte ich nun mehr über die Story von Peter Pan erfahren, dem Kind, das nicht erwachsen werden wollte.
Zur engeren Auswahl stand die 1953 er(!) Trickfilmversion von Walt Disney und ein echter Film von 2003, für den ich mich dann auch entschieden und das nicht bereut habe. Märchen mögen im meinem hohen Alter sicher recht albern sein, aber Peter Pan kannte ich einfach noch nicht, denn aus irgendeinem, nicht nachvollziehbarem Grund hielten die Kulturbeauftragten der DDR selbst dieses Buch für Klassenfeindlich und damit für gefährlich.
Aber zum Film, Die Handlung war dann doch ganz anders, als in dem Film mit Johnny Depp. Der Bühnenschriftsteller James Berrie tauchte da überhaupt nicht auf, die Witwe war keine Witwe, sondern mit dem armen Kontoristen Darling verheiratetet und die phantasievollen Geschichten von Nimmerland und Piraten, Indianern und Meerjungfrauen erzählte die große Schwester Wendy ihren kleinen Brüdern. Beaufsichtigt wurden die Drei von einem Bernhardiner Namens Nana, der das Kindermädchen, aber sonst keine große Rolle mehr spielte. Allerdings lauschte jemand am Fenster höchst interessiert mit und das war dann besagter Peter Pan, gespielt von einem kleinen drolligen Blondschopf Namens Jeremy Sumpter, von dem man sicher noch hören dürfte, denn Elijah Wood hat ja auch mal so jung begonnen, bevor aus ihm dann ein Frodo Beutlin wurde. Peter Pan betrat in Begleitung seiner Fee Glöckchen das Zimmer und das Märchen konnte beginnen.
Die Geschwister flogen ins Nimmerland des Peter Pan und dort trafen sie dann auch den berüchtigten Captain Hook, der diesmal nicht von Dustin Hoffman, sondern von Jason Isaacs gespielt wurde, aber trotzdem überzeugend böse war und Kinder jagte.
Peter Pan hat in Nimmerland eine Art WG für Jungs, denen die Eltern abhanden kamen und deren Vaterersatz er gegen seinen Willen ist, denn er will ja nicht erwachsen werden.
Mit denen erleben Wendy und ihre Brüder dann auch ihre Abenteuer.
Mit dem Original-Stoff von James M. Barrie, den ich ja aus „Wenn Träume fliegen lernen“ kenne, wurde, was zumindest die Abenteuer in Nimmerland angeht, sehr respektvoll umgegangen.
Die Story wurde im Gegensatz zu dem (ebenfalls sehr guten, aber doch andersartigen) Disney-Zeichentrickfilm von 1953 nur leicht "geglättet" und der Schwerpunkt von Wendys Mutterrolle auf die zarten ersten Bande einer beginnenden Teenie-Liebe gelegt. Diese "Liebesgeschichte" bleibt aber unschuldig und ist zu keinem Zeitpunkt abgedroschen oder schmalzig.
Der Film erzählt ein echtes Märchen und noch dazu eines, das weniger blutig ist, als die meisten Märchen der Gebrüder Grimm. Ich fand Peter Pan sogar noch schöner.
Ich finde es schade, erst alt werden zu müssen, um diese Geschichte des jungen kennen zu lernen, der nicht erwachsen werden wollte.
Obwohl ich ihn gerade in meinem Alter sehr gut verstehen kann, denn ich bin jetzt alt und weiß, wie elend und anstrengend das ist. Der Film bekommt von mir glatte 10/10 für die gute Unterhaltung und einen Kaufbefehl an meine interessierten Leser. Nur hätte ich das alternative Ende aus den Extras der DVD persönlich sogar noch besser gefunden, aber auch das ist nur meine Meinung. Auf jeden Fall sieht man hier die Träume des Johnny Depp alias James Berrie wirklich fliegen.

Für die üblichen Kommentarwütigen