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Zahnarzttermine

Man sollte meinen, dass dies ohnehin keine sonderlich beliebten Termine bei normalen Menschen sind. Speziell nicht für diejenigen, die den Film „Marathonmann“ von 1976 mit Dustin Hofman gesehen haben und daher wissen, was man mit den Zähnen Fieses anstellen kann. Bei unseren Vorfahren im Wald kannten die Probleme des zivilisierten und weichen Zahns noch nicht. denen gab Mutter Natur noch ein Gebiss, mit dem sie problemlos Knochen malmen und kleinere Tiere reißen konnten.
Mit der Zeit und der Zivilisation änderte sich das gewaltig und aus den Hauern von einst wurden hochempfindliche Zähne, die mittlerweile schon dann auszufallen beginnen, wenn sie eigentlich gerade erst erwachsen geworden sind. Die Zähne brauchten also Behandlung und einen speziellen Arzt. Im Mittelalter und heute noch in Nordafrika erledigte das noch der Barbier und Zahnreißer auf dem dörflichen Marktplatz immer dann, wenn einer einen Schmerz am Zahn verspürte prompt und vor Ort.
Alles was in der Gegend schmerzte, riss er, meist weniger gefühlvoll einfach raus. Aber auch das entwickelte sich weiter und aus den Barbieren und Zahnreißern wurden, zumindest in Europa, die Zahnärzte, denn unsre Zähne fielen ja weiter aus und reagieren mit heftigem Schmerz, wenn wir nicht rund um die Uhr gut zu ihnen sind. Diese Zahnärzte vergeben aber ihrerseits Termine, wann man sie aufsuchen darf und wann besser nicht. da ist man dann sogar froh, wenn man einen solchen Termin ergattert hat und stampft auch brav zur angesagten Zeit in die Folterkammer, in die Praxis.
Nun gibt es da aber eine spezielle Gattung Mensch, die alten Frauen.
Bei denen muss es seit Jahrzehnten ein ungeschriebenes Gesetz oder wenigstens eine Absprache geben, dass sie ihre Wohnungen erst am späten Nachmittag oder frühen Abend verlassen, um ihre sämtlichen Termine wahrzunehmen. Ob es nun das Einkaufen ist oder der Besuch beim Zahnarzt, um die Dritten noch mal nachschleifen zu lassen, sie tun dies Grundsätzlich dann, wenn die Straßen, Läden und natürlich auch die Arztpraxen so richtig gerappelt voll sind.
Der Vormittag geht wohl immer für den wichtigen Schwatz mit der Nachbarin drauf. Alles zum völligen Entzücken der anderen Menschen mit sehr viel weniger Zeit. Vor 20 und 30 Jahren kam noch das Hammerargument, das wären doch die Trümmerfrauen, die Deutschland wieder aufgebaut haben.
Nur das zieht bei mir nun nicht mehr, denn die müssten jetzt alle so alt sein, wie Johannes Heesters, aber wer arbeitet, der wird nicht so alt. Nun arbeite ich zwar gerade nicht, aber ich hatte einen Termin. Zumindest hielt ich die Uhrzeit auf meinem Bestellzettel irgendwie und zumindest im Ansatz für bindend. Die amtierende Krankenschwester des Zahnarztes belehrte mich da auch wieder eines Besseren, wedelte mit dem Finger in den mit alten Frauen überfüllten Warteraum und erzählte was von mindestens einer Stunde, die ich warten müsse, um dann noch mal eine Stunde auf dem bösen Stuhl zu hocken und mich mit fiesen kleinen Maschinen und einer noch fieseren Geräuschkulisse quälen zu lassen. spontan erklärte ich mein Gebiss für gesund und ließ mir einen Termin im Jahr der finanziellen Killereformen, im Januar geben.
Ich kann auch nicht ganz nachvollziehen, wenn Menschen, die ihre dritten Zähne schon mit der Post verschicken könnten, sich diese in den Mund stopfen, nur um damit dann beim Zahnarzt, etwas herumsitzen zu dürfen und fremde Termine zu blockieren. Denn Eines ist mir heute schon völlig klar, wenn ich mal dritte Zähne brauchen sollte, sind die Dinger so unbezahlbar für mich, wie heute ein Ferrari!