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Zeitreise

Heute Nacht begleitete mich Neil Young auf meine Zeitreise in sehr viel bessere Zeiten ziemlich genau bis zum 16. Oktober 1982 zur die Deutschlandhalle ins damalige Westberlin, wie auch auf dem Cover der DVD betont wird.
Ich hab bei Ebay eine DVD erstanden von einem Konzert, das ich damals mit meinem frisch übergesiedeltem Nachbarn, Freund und Megafan von Neil Young Andi besucht hatte. Andi hatte die Tortour von drei Jahre Ausreiseantrag hinter sich, spielte und sang selbst ganz wie Neil Young, ich diente mit der Mundharmonika und Andi war auch sonst ein ganz famoser Kumpel und da die DDR mich kranken Mann und Rentner mit einem Reisepass versehen hatte, auf das ich der DDR nicht lange zur Last falle, konnte ich in eben jenes Westberlin, in das Andi nach jahrelangem Gezerre mit Staat und Stasi „übersiedeln“ durfte.
Heute ist das nur ein anderer Stadtbezirk. Andi war genauso Fan von Neil Young, wie ich und was lag näher, dass wir einen unserer musikalischen Götter dann mal besuchten? Andi lud mich also in die Deutschlandhalle ein und ich sagte freudig zu. Neil Young hatte damals eine seltsame elektronische Phase, aber es hielt sich in Grenzen und er erfreute uns mit seinen Dauerbrennern an, die man mehr oder weniger gut intoniert jedem (Ost)deutschem Lagerfeuer gehört hat damals. „Needle and the Demage Done“ war genauso bei, wie „Old Man“ und „After the Gold Rush“, was wegen einer gewissen Klavierlastigkeit nun nicht unbedingt an den Lagerfeuern hörte, aber bei Andi in der Nachbarwohnung, genauso, wie Cinnamon Girl und der Dauerbrenner und Herzensbrecher „Hey Hey, My My“ Andis E Gitarre bedurfte. Damals ging in der Wohnung sowas noch, ohne das ein Vermieter wütend auf der Schwelle stand.
Mir tun sich da jetzt Welten auf.
Wie oft ich allein mit dem Live Doppelabum „Rust Never Sleeps“, das ich jetzt sogar als DVD habe von Neil Young damals Mädels zum intensiven Austausch von Zärtlichkeiten breitschlagen konnte, war eigentlich sagenhaft. Mit welcher Plastikmusik oder welchem Castinggeschrei kann man heute noch Mädels so erreichen, das sie einem in Arm und Bett sinken, ohne das man noch 500 Euro drauflegen müsste? Eben. Es wird nie wieder so sein wie damals, auch und gerade was die Musik angeht, aber bei der ist es Schade. Ich habe Neil Young dann noch mal 1996 in der Berliner Waldbühne erlebt, wo er mich eigentlich auch schon an 1982 erinnerte und sehr schone Balladen preisgab und einen wunderbaren Hendrix spielte, dessen Fan er nun wiederum war, aber die Erwartungshaltung vom ersten Konzert war ganz einfach verflogen. An der DVD merke ich erst, wie kurz das Konzert mit 52 Minuten damals eigentlich war, aber Andi und ich, wir waren selig. Mich wundert nur, das diese Erwatungshaltung bei den Rolling Stones auch nach nun neun erlebten Konzerten nicht verflogen ist, aber vielleicht ist das Flair um Jagger, Richard und Co. dann doch wieder ein Anderes. Ich weiß es nicht, ihre Konzerte sind einfach jedes Mal aufs Neue nur geil!