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Zeitsprung

Ich habe letztens von einer wohlwollenden Mutter zum Nikolaus die DVD „Live Aid“ von 1985 bekommen. Aus der Zeit also, in der noch echte Musiker die Bühnen bevölkerten und da auch tatsächlich echte Musik machen, die diesen Namen auch verdiente.
Diese beschlossen Weihnachten 1984 unter der Leitung von Bob Geldof, dem Sänger der Boomtown Rats, etwas gegen die Hungerkatastrophe in Eritrea, Äthiopien zu unternehmen.
Die ganze Prominenz war aufgerufen und die Meisten machten auch mit.
Die Musiker wollten ihre Musik mit dem Verkauf der weltweiten Übertragungsrechte im Fernsehen zu Geld machen und mit dem Geld dann helfen.
Das Projekt Band Aid unter der Schirmherrschaft der damals noch sehr lebendigen Lady Diana war geboren.
Von Black Sabbath bis zu The Who machte alles mit, was Rang und Namen hatte in der Musikwelt der Achtziger.
Auch die Stones und sogar Michael Jackson machten mit.
Es begann konkret mit dem von 1984 aus einem Studio London und aus einem Studio in Philadelphia und ging im Juli 1985 mit einem einzigartigen Konzert, das gleichzeitig in London und Philadelphia stattfand und weltweit übertragen wurde.
Da auch ARD, ZDF, RIAS und SFB bei diesem einzigartigen Event mitmachten, konnten auch wir musikbegeisterten Ostdeutschen fast alle am „größten Live Konzert aller Zeiten“ teilhaben. Ich war Ende 24, hatte Urlaub und saß begeistert vor dem Fernseher und nahm im mit dem Kassettenrecorder das Konzert im Radio auf, denn einen Videorecorder hatte ich damals noch nicht. Der war damals noch schlicht unerschwinglich für mich. Wozu auch diese Eile, wenn nur 20 Jahre später eine DVD mit den kompletten 16 Stunden Konzert zu haben ist? Außerdem kamen damals Freunde vorbei und es entwickelte sich spontan eine Party, wie eigentlich immer bei mir zu dieser Zeit.
Diese DVD beginnt dann auch mit den bedrückenden Bildern der BBC aus Afrika vom Oktober 1984, bei denen in mir die Erkenntnis reift, das wir Menschen in 20 Jahren nicht sehr viel weiter gekommen sind, denn gehungert wird in dieser Ecke Afrikas ja sogar heute noch.
Dann wird erst ein Studio in London gezeigt, wo so britische Rockgrößen wie Sting, Phil Collins, Spandau Ballet und eben die Boomtown Rats Weihnachtshit „Do They Know It's Christmas“ singen, und dem Hit „Hand in Hand for Children“ aus Studio in Philadelphia mit amerikanischen Musikern wie Stevie Wonder, Bob Dylan.
Dann gibt es einen Sprung zum Juli 85 ins Wembley Stadium in London, wo Status Quo die erste Band ist, die mit Caroline und anderen Hits die Sau rauslassen durften und kräftig das Haus rockten. Das geht dann so weiter über Roxy Music bis Sting der da mit Phil Collins zusammen auftrat. Eine einzigartige Konstellation. In Amerika ging es dann angemessen mit den Beach Boys weiter, die sich extra dafür noch einmal zusammengefunden hatten. Sting düste mit der Concorde mal eben nach Philadelphia und sang dort bei den Dire Straits mit und auf der DVD wechselt es nahtlos zwischen London und Philadelphia, was 1985 noch mit ewig langen Umbaupausen verbunden war, die damals mit rockigen Videos gefüllt wurden und die auf der DVD leider fehlen. In London rockte man indessen weiter mit Queen die einen spektakulären Auftritt mit einem recht lebendigen Freddy Mercury hinlegten, während in Philadelphia Jack Nicholson moderierte.
Bob Geldof hatte den ganzen englischen und amerikanischen Rockadel zusammengetrommelt und alle machten mit. Es wäre jetzt müßig, über jeden Musiker einzeln zu schreiben, denn die sind durch die Bank großartig und deren Musik live ist ein Urlaub für die Ohren.
Erwähnt sei nur noch der wohl einzige Auftritt von Rockopa Mick Jagger und Rockoma Tina Turner am späten Abend in Philadelphia, der die Augen aller Rockfans der Welt zum Leuchten brachte, weil es ihn so noch nie gegeben hat und auch nie mehr geben wird. Obwohl Bob Geldof, der inzwischen wegen seines unermüdlichen Einsatzes gegen den Hunger in der Welt geadelt wurde, nun das Projekt Band Aid 20 einrühren will, wird alles, was noch kommt, nicht an das Event vom Sommer 1985 heranreichen, sondern maximal ein Aufguss. Denn da fehlt es schon an der musikalischer Substanz, die es 1985 ja noch in Massen gab. Diese DVD bekommt von mir nicht nur wegen des Erinnerungswerts 10 von 10 Punkten, sondern vor allem wegen der guten Musik.
Wer also in Sachen des musikalischen Geschmacks etwas auf sich hält, der möge sich diese Perle der Musikgeschichte kaufen. Der Erlös geht noch immer zu einem großen Teil nach Afrika. Dafür steht schon Bob Geldof mit seinem Namen.
Wer also in Sachen des musikalischen Geschmacks etwas auf sich hält, der möge sich diese Perle der Musikgeschichte kaufen. Der Erlös geht noch immer zu einem großen Teil nach Afrika. Dafür steht schon Bob Geldof mit seinem Namen.