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Zivilisation in Deutschland?

Im Deutschland von 2006 scheint Einiges mächtig schief zu laufen. Nicht nur, dass der gesellschaftliche Fortschritt mit der letzten Wahl von einer Kanzlerin für beendet wurde, als sie die Zeit des Wirtschaftswunders ziemlich vollmundig heraufbeschwor, um so erfolgreich Wähler zu ködern und Deutschland damit auch gleich zurück in die fünfziger Jahre katapultierte, obwohl es der deutschen Wirtschaft an sich ziemlich glänzend geht und sie nur versäumt, ihre Gewinne auch mit Arbeitern zu teilen, weil sie die ja lieber entlassen, so schleichen sich nun auch längst vergessen geglaubte Eßgewohnheiten wieder ein, wie der neue Prozess um den „Kannibalen von Rothenburg“ beweist.
Die Nachrichten des ZDF betrachten den Vorgang eher lakonisch:



Der so genannte Kannibale ist wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Frankfurt am Main sprach den Angeklagten Armin Meiwes am Dienstag schuldig, im März 2001 einen 43-jährigen Berliner getötet, zerstückelt und das Fleisch teilweise gegessen zu haben. Meiwes tötete sein Opfer nach Ansicht der Richter vor allem aus sexuellen Motiven. Das Gericht folgte mit dem Urteil weitgehend der Forderung des Staatsanwaltschaft. Entgegen dem Antrag der Ankläger stellte es jedoch keine besondere Schwere der Schuld fest.


Mit dem Begriff der „sexuellen Motive“ komme ich persönlich ja nun am Wenigsten klar. Ich weiß, dass sich Frauen und eine ganze Menge Männer für das primäre Geschlechtsmerkmal des Mannes durchaus erotisch oder auch homoerotisch so begeistern können, wie ich mich für die erstklassige Figur meiner Freundin, aber im Normalfall sollte der Inhaber und dessen bestes Stück ja wohl eher lebend von Vorteil sein. Aber auf dem Teller?
Ich hab ja schon von kulinarischen Eigenheiten einiger Länder und Regionen gehört, aber Penis vom Grill, in Senfsauce, an Reisbällchen oder sonstwie zubereitet, habe ich nun wirklich noch nichts gehört. In Papua-Neuguinea mag das zu den Delikatessen des Landes gehören und auch ein Jeffrey Dahmer hatte sowas 1991 eingeweckt in seinem Kühlschrank.
Nur lebt man in Papua-Neuguinea noch in der Steinzeit und nicht jede Mode, die aus den USA kommt, ist automatisch auch gleich gut.
Wirklich pikant an dieser blutigen Angelegenheit ist eigentlich nur noch, dass sie über das Internet eingefädelt wurde. Damit ist dann der einstige Hort des Wissens nun endgültig zu einem Tummelplatz von perversen Triebtätern, aggressiven rechte Kindern zwischen 20 und 30, denen es offenbar noch immer viel zu gut geht und sehr sendungsbewussten Neonazis, die da eine junge, möglichst dumme neue Klientel zum agitieren suchen und finden. Dabei war das Internet als ein Ort des Wissens und der Kommunikation mal eine so gute Idee. Schade, wenn es auch mit dieser Errungenschaft der Neuzeit so bergab geht, wie mit dem Rest der Zivilisation. Ich zumindest werde mir keine Pizza mehr bestellen, denn nachher ist deren Fleischfüllung noch eine a la Rothenburg und allein bei dem Gedanken vergeht mir jeder Hunger!
Ich bin zum Glück auch alt genug, um sowas nicht mehr verstehen zu müssen.

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