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Zurück in die

Nun kann man sich die Zeitspanne aussuchen, in die einen der Sender führen will, bei dem der Titel einer Sendung so beginnt. Es sind wahlweise die sechziger, die siebziger, die achtziger oder sogar die drögen neunziger Jahre, in denen eigentlich nur AkteX gut gewesen ist, in die man mittels alter Videos, Musik, Filmen und was es sonst noch so gibt, gebracht werden soll.
Also auch den Fernsehsendern erscheint jedes Jahrzehnt unterhaltsamer und spannender als das Gegenwärtige. Es ist also nicht nur mein Eindruck, dass alles nach der Jahrtausendwende, dem sogenannten Millennium, die Welt nur langweiliger und schlechter geworden ist.
Mein Eindruck, das jedes andere Jahrzehnt bis jetzt irgendwie sehr viel spannender war als das aktuelle, war dann wohl doch nicht ganz so subjektiv, wie ich immer glaubte und wie man mir auch weismachen wollte. Egal in welcher Hinsicht, es war immer eine ganze Ecke mehr los als jetzt. Auch und gerade ohne das Internet. All die angepriesenen Jahrzehnte habe ich selbst erlebt, die Siebzieger, die Achtziger und natürlich auch die Neunziger habe ich ziemlich bewusst erlebt und auch nach der Meinung der Fernsehsender muss ich mich deswegen so richtig glücklich schätzen.
In den Sechzigern bin ich geboren, die habe ich zwar fernsehtechnisch auch noch in Erinnerung, aber ich war sehr jung und soviel Fernsehen gab es in Deutschland damals ja auch nicht. zumindest keine Privatsender, die ganztägig nur die Lücken zwischen den Werbeblöcken irgendwie füllen mussten.
Beim Ende jedes Jahrzehnts freute man sich noch auf das Nächste, dass soviel Neues bringen könnte und damit besser als das gerade Vergangene war und kein Sender kam 1970 auf den schrägen Gedanken, etwa die muffigen fünfziger Jahre oder gar schon die gerade vergangen sechziger Jahre in Sendungen hochleben zu lassen und zu verklären, wie es seit Ende der neunziger Jahre bis heute mit den Sechzigern, Siebzigern und Achtzigern passiert. Immerhin wurde ich auch in eine Zeit hineingeboren, in der das nukleare Damoklesschwert der beiden Supermächte die Welt jede Minute hätte vernichten können.
Da war dann der optimistische Blick nach vorn etwas wert.
Es gab schöne Schlagworte und Parolen, wie „Frieden schaffen ohne Waffen“ und „NATO-Doppelbeschluss“, die die Menschen und kalten Krieger wahlweise beruhigen oder auch abschrecken sollten und bis zum Ende der achtziger Jahre erstaunlicherweise funktioniert haben.
Man bekommt allerdings das Gefühl, als würde die verbliebene Supermacht und die ganz kalten Krieger der Gegenwart genau dieser Zeit hinterher trauern, wo es noch einen großen und zählbaren Feind zum bekämpfen gab. Die Terroristen des Herrn Bush taugen irgendwie nicht als Feind. Denn sie sind nicht so schön und günstig greifbar, wie einst „der Russe“ es war.
Bleibt also nur die Musik von damals und da gibt es die Schlagerzombies, die in den „Zurück in die…“ Sendungen die Schönheit der vergangenen Jahrzehnte dokumentieren sollen, sind eigentlich nur ein gegenteiliger Beweis, denn da durften sie noch die Bühnen bevölkern und dass war genau das, was diese Zeit auch ein wenig unerträglich gemacht hatten.
Sie sind auch der Grund, wieso ich solche Sendungen nun auch ganz konsequent meide. Es gibt Sachen, die einfach in der Vergangenheit bleiben sollten und dazu gehören eben die kalten Krieger, Kriege und solche Zombies.
Nur in völliger Ermanglung anderer Orte stürzen sich kalte Krieger bis zurück zu den wieder recht munteren Nazis nun auf das Internet und führen dort alberne Stellvertreterkriege und virtuelle Schlachten, die sie auch nur mit der Hilfe politisch kurzsichtiger Forenbetreuer gewinnen können!